Kapazitätsgrenzen, Bewerbermangel und hohe Anforderungen – Ergebnisse der IHK-Ausbildungsumfrage 2026

Rund ein Drittel der 263 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Dresden, die sich im Mai 2026 an einer Ausbildungsumfrage beteiligt haben, melden ein reduziertes Angebot an Ausbildungsplätzen. Etwa die Hälfte hält es konstant, lediglich 12 Prozent weiten es aus. Zugleich konnten 52 Prozent der Befragten nicht alle angebotenen Plätze besetzen.

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass sich die anhaltend schlechte Geschäftslage und die verhaltenen Aussichten bei vielen Unternehmen mittlerweile auch auf die Nachwuchsplanung auswirken. Doch auch dort, wo Unternehmen ausbilden wollen, fehlen häufig passende Bewerbungen. So erhielten 18 Prozent gar keine Bewerbungen auf ihre Angebote. Zugleich sieht eine große Mehrheit der Betriebe Defizite bei der Ausbildungsreife junger Menschen, insbesondere in Mathematik, im wirtschaftlichen Verständnis und in der mentalen Leistungsfähigkeit. Aspekte wie Interesse, Aufgeschlossenheit, Teamfähigkeit und Medienkompetenz werden hingegen positiv bewertet.

Ein wachsender Anteil der Unternehmen sieht in Auszubildenden aus Drittstaaten eine Chance zur Fachkräftesicherung. 30 Prozent haben bereits entsprechende Erfahrungen gesammelt, weitere Betriebe zeigen Interesse an einer zukünftigen Ausbildung internationaler Bewerber. Dem stehen jedoch weiterhin erhebliche Herausforderungen gegenüber. Insbesondere bürokratische Hürden, Sprachbarrieren und fehlende Rechtssicherheit erschweren die Integration internationaler Auszubildender.

Die Umfrage macht zudem deutlich, dass sich die Verfügbarkeit von Wohnraum sowohl für inländische wie für internationale Bewerber zu einem entscheidenden Faktor für die Ausbildung entwickelt. Unternehmen sehen vor allem Handlungsbedarf bei der finanziellen Unterstützung für Auszubildende, Vermittlungsangeboten sowie bei besseren Rahmenbedingungen für den Bau von Azubiwohnraum.

Quelle: IHK Dresden